"We are only truly secure when we can look out our kitchen window and see our food growing and our friends working nearby."
(Bill Mollison)
"(Reisen) wie einer, der ein Land
nicht als Solarium begreift,
sondern als Territorium,
dessen Einwohner ihm etwas beibringen,
über sich, über ihn, über den Stand der Dinge."
(Andreas Altman, Reisen durch einen einsamen Kontinent)

lunes, 3 de septiembre de 2012

Erster Arbeitstag


Normalerweise fährt Dona Librada morgens mit dem Quatrimoto auf die Strandpatroullie und bringt die Meeresschildkröteneier ins Zentrum. Doch leider sind in den letzten Tagen gleich beide Fahrzeuge kaputt gegangen, und so war es an uns zu Fuss den Strand abzugehen. Die Sonne war noch nicht zu sehen, nur ihre Strahlen drückten bereits durch, was die Wolken rosa färbte und uns ein wunderschönes Aufwach-Panorama bot. Schliesslich war es 6 Uhr 30 und wir waren kaum aus dem Bett. Nun galt es die Nester aufzuspüren um möglichst viele Eier ins Zentrum zu bringen. In der Hochsaison, von Juni bis August, werden nur ca. 10 Prozent der Nester eingesammelt, nämlich diejenigen, die am gefährdetsten sind. Zum Beispiel weil sie zu nahe am Wasser liegt und durch die steigende Brandung weggespült werden könnte. Da wir aber in der temporada baja, also am Ende der Saison sind, werden praktisch alle Eier ins Zentrum gebracht um die höchst mögliche Zahl an Brut zu schützen. Von den Nestern die in der Natur belassen werden, werden nur aus 60 Prozent der Eier Babyschildkröten, die es bis ins Meer schaffen. Wir hingegen, mit den Eiern aus dem Zentrum, haben eine 90 prozentige Erfolgsrate.
Wir suchen also die Schildkrötenspuren im Sand, die irgendwie Lastwagenreifen gleichen, und meistens in U-Form vorzufinden sind. Hinweg und Rückweg, eine Spur aus dem Meer und eine wieder zurück. So gehen wir am Strand entlang, kreuzen Spur für Spur und ich denke mir schon, wieso wir jetzt nicht die Eier suchen. Da meint Lucio nur, diese Spuren seien von vor zweit Tagen. Aha, man muss also auch die frischen Spuren erkenne können, da es ja jede Nacht neue gibt. Nach einigen alten Spuren finden wir dann auch die Frischen von letzter Nacht. Ein Nest graben wir aus, eine weitere Spur war nur ein Fehlalarm, ein Tier, das zwar aus dem Wasser kam aber ohne ein Nest zu bauen wieder verschwand, da es wohl nicht der richtige Platz gewesen war. Und dann entdecken wir noch eine Spur. Aber halt, wo ist denn hier der Rückweg?? Bei Meeresschildkrötenschützer läuten in so einer Situation alle Alarmglocken, gibt es nur eine Spur, heisst das, dass das Tier nicht wieder ins Meer zurückgekehrt ist. Und tatsächlich, wir klettern die Düne hoch und finden in der Vegetation ein Muttertier. Wir nähern uns an und ich als letzte verstehe nicht wieso die andern alle ihre Gesichter so verziehen bis ich das Tier umrundet habe und die Schulter sehe... Über der rechten Flosse klafft eine riesen Wunde, ein Loch so gross wie eine Faust. Über Handy verständigen wir Ricardo im Zentrum, der meint wir sollen den Strandrundgang beenden während er sich auf den Weg macht. Während die anderen weiter gehen, bleibe ich beim verletzten Tier und muss schauen, dass sie nicht ins Meer zurückkehrt. Mit so einer Wunde wären ihre Überlebenschancen ziemlich gering.
Mit einer Plastikflasche (es liegen genug Angeschwemmte am Strand rum) hole ich Meereswasser und netzte das Tier. Sie hat Glück heute ist es bewölkt, an einem sonnigen Tag wäre sie vielleicht schon vertrocknet. Zu neuem Leben erweckt durch die Erfrischung, beweg sie sich vorwärts, der Instinkt treibt sie, sie will zurück ins Meer. Ich stelle mich also vor sie und sehe ihre Augen, ein so anmutiges Tier, ich wünschte ich könnte ihr sagen, dass ich doch nur helfen will. Aber das einzige was sie möchte muss ich verhindern. In der Zwischenzeit sind die anderen wieder zurück, sie haben eine abgekürzte Patrouille gemacht heute, es wird langsam heiss und die Eier müssen zurück ins Zentrum. Ricardo ist immer noch nicht da und dabei sind wir doch nicht so weit vom Zentrum. Lucio macht mit seinem Handy ein Foto von der Wund und geht dann mit den anderen zurück. Ich bin wieder alleine mit dem Tier, dass mich immer noch mit diesen Augen anschaut und die Welt nicht versteht. Später kommt Ricardo mit einem Sonnenschirm um dem Tier Schatten zu geben, es ist zwar immer noch bewölkt aber die Sonne drückt langsam durch und eine Meeresschildkröte ist nie so lange an Land. Und dann endlich kommt die ersehnte Hilfe. Freunde von Ricardo von der proteccion civil so etwas wie Bürgerhilfe/Zivilschutz darunter ein Sanitäter, der das Tier notdürftig verbindet. Tonio der Mann vom Zivilschutz bringt auch gleich seine Familie und Freunde mit, die sollen die doch eher spektakuläre Rettungsaktion auch sehen. Mit einem Netz wird das Tier eingebunden und dann auf das mitgebrachte Quatrimoto gehieft, eine Meeresschildkröte wiegt locker 100kg. Unsere ist noch jung, um die 80 Jahre alt! Mit dem Quatrimoto wird die Meeresschildkröte ins Zentrum gebracht, armes Tier, das normalerweise nur in Schneckentempo über den Sand kriechen kann, fliegt jetzt über den Strand.
Im Zentrum geht die eigentliche Behandlung los. Das Tier wir auf einen Tisch gelegt und festgebunden, ihr Instinkt sagt ihr immernoch geh zurück ins Meer und das versucht sie auch. Zu sechst versuchen wir das Tier möglichst ruhig zu halten, damit der Sanitäter die Wunde nähen kann. Alles kein Problem sagt der, es schaue gleich aus wie bei den Menschen auch und Fleischwunde ist Fleischwunde. Zum Glück haben Meeresschildkröten extreme Selbstheilungskräfte und die Wunde, obwohl recht gross, hat fast aufgehört zu bluten. Nachdem die Wunde vernäht ist, wird das Tier in das, für solche Fälle vorgesehene Becken gebracht, wo es die nächsten Tage zur Beobachtung bleiben wird. Neben den hunderten von Babymeeresschildkröten haben wir jetzt auch ein Muttertier. Für das verwundete Tier nicht sehr angenehm aber für mich trotzdem irgendwie aufregend. In der Zwischenzeit hat Pepi schon unzählige Formulare ausgefüllt und die Behörden wurden informiert. Ein vom Aussterben bedrohtes Tier einzusperren muss erstens einen trifitigen Grund haben und zweitens von den Behörden genehmigt werden. Zu dem Zweck wurde der ganze Prozess auch reichhaltig dokumentiert, Fotos von allen Stufen der Rettungsaktion und eine Liste der anwesenden Personen. So hat man für den Fall der Fälle genug Beweismittel um sich zu verteidigen. Die Gesetzte sind streng und das zu recht.
Die ganze Aktion dauerte dann doch ziemlich lange und mittlerweile war es schon wieder Abend. Die Bäuche knurrten vor Hunger, den ganzen Tag auf den Beinen und noch nichts Richtiges im Magen. So waren alle froh, als Tonio mit Essen aus dem Dorf zurück kam, wir es uns auf der Terrasse mit Meeresblick schmecken liessen und mit einem kühlen Bier auf den zwar traurigen aber erfolgreichen Tag anstiessen. 

domingo, 2 de septiembre de 2012

Eiersuche


Die tägliche Arbeit bei der FundacionYepez besteht darin, den Strand morgens abzugehen um zu schauen, dass alles in Ordnung ist. Nester, die zu nahe am Wasser liegen werden ausgegraben und die Eier ins Zentrum gebracht. Im Zentrum werden die Eier in Kühlboxen eingereiht, wo nach rund 45 Tagen dann die Babyschildkröten schlüpfen. Von den Kühlboxen werden die Babys in Eimer versetzt, wo sie weitere fünf Tage bleiben, bis sie „fertig“ für die Freilassung sind.
Gehen wir am Morgen auf den Kontrollgang, um die gefährdeten Nester ins Zentrum zu bringen, bedienen wir uns unseres hochtechnisierten Sattelitendetektor, weitläufiger bekannt als Besenstiel. Folgt man den frischen Spuren der Schildkröte, gelangt man zu ihrem Nest und mit dem Stab werden Löcher in den Sandhügel gestochen bis man die Eier aufspürt. Danach wir ein Loch gegraben und die Eier aus dem Sand in die mitgebrachten Taschen gepackt. Die Eier sind zum Teil so tief vergraben, dass man sogar mit ausgestrecktem Arm fast selbst im Loch verschwindet.
In der Regel wechseln sich Doña Librada und Lucio ab mit dem Strandkontrollgang. Wie Steffi und ich angekommen sind, waren aber leider beide Quatrimotos (vierrädrige Motorräder) kaputt und so mussten wir zu Fuss auf den Rundgang. Um 6 Uhr ging es los um von den kühleren Morgenstunden zu profitieren, denn so sobald die Sonne etwas höher steht, wird die Hitze schnell unerträglich. Wir waren alle froh, als das Quatrimoto wieder repariert war, zu Fuss ist die Arbeit ziemlich anstrengen. Schon alleine das Eier ausgraben zerrt an den Kräften aber dann noch mit der ganzen Ladung in der brennenden Sonne durch den Sand zurückgehen, dass will man nicht täglich machen.
Wenn Doña Librada auf den Rundgang geht bleiben Steffi Lucio und ich im Zentrum um berits die anstehende Arbeit mit den schon geschlüpften Schildkröten zu verrichten um dann die mitgebrachten Eier einordnen zu können. Manchmal kommt noch Miguel helfen, ein Bauarbeiter aus dem Dorf, der uns unterstützt wenn es seine Arbeit zulässt. So sind wir in der Regel um 13 Uhr fertig und können den Nachmittag für uns geniessen.
Abends um 6 Uhr kommen dann oft Besucher zur Freilassung der Babyschildkröten vorbei. Zuerst gibt es eine kurze Diashow, wo die Problematik um die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten erklärt wird. Danach geht es an den Strand, wo dann jeder seine Schildkröte freilassen kann. Immer ein schöner Anblick wenn sich diese kleinen Geschöpfe über den Sand schleifen und zum ersten Mal ins Meer eintauchen. Schaut man gut hin, sieht man noch die kleinen schwarzen Köpfchen an der Wasseroberfläche, bis die Tiere schliesslich im grossen, weiten Blau verschwinden. 

die letzte Mutter der Nacht auf dem Rückweg

der letzte Nachzügler, jetzt aber schnell







wo die Jungs noch suchen, weiss Tayson schon lange bescheid, der Hund sitzt genau über den Eiern



auf dem Rückweg ins Zentrum, beladen mit der kostbaren Fracht




sábado, 1 de septiembre de 2012

Tortugas Fundación Yepez – etwas Gutes tun


Kurzerhand hatten wir entschieden doch keinen Zwischenstopp in Puerto Veracruz einzulegen, sondern direkt zum Schildkrötenzentrum zu fahren. Dies bedeutete eine zweistündige Busfahrt von Valladolid nach Merida um danach den Nachtbus nach Puerto Veracruz nehmen zu können. Von da aus gings dann am nächsten Tag weiter nach El Raudal, weitere drei Stunden, wo das Zentrum liegt. Wir starteten in Valladolid um 14 Uhr und erreichten El Raudal am nächsten Tag um ca. 3 Uhr nachmittags. Der ganze Spass hat um die 100 Franken gekostet, tja, Mexico ist gross und Busfahren nicht grad billig!
In El Raudal mussten wir dann nur noch ins Zentrum kommen, welches ca. 10 Autominuten vom Dorf weg liegt. Pepi hat mir im Voraus ihre und Ricardos Handynummer geschickt aber weder sie noch er waren zu erreichen. Im Dorfladen sagten sie uns, dass es zwei Taxis gäbe, die waren aber beide grad nicht da. So warteten wir am Dorfeingang, bis eines der beiden auftaucht. Keine fünf Minuten verstrichen bis ein Pickup um die Ecke bog und ich die Oma des Projektes erkannte, und sie mich zum Glück auch. Sie war gerade auf dem Weg ins Zentrum und nahmen uns mit.
Ich sass mit gemischten Gefühlen im Auto. Einerseits freute ich mich extrem wieder zurückgekommen zu sein, andererseits war ich ein bisschen nervös. An Orte zurückkehren ist immer so ne Sache, man hat die Erinnerungen der Vergangenheit, in der Zwischenzeit verändert sich aber viel und die brennende Frage: Werde ich es wieder so mögen wie damals?
Meine Sorgen waren aber umsonst, ich wurde herzlich empfange, die ganze Familie freute sich mich zu sehen und sagte, dass sie mich schon vermisst hätten. Und der Ort selbst war noch so wunderschön wie letztes Jahr. Unberührter Strand soweit das Auge reicht, zu beiden Seiten. Das Zentrum hatte einen neunen Anstrich bekommen und wurde neu eingezäunt. Ein schöner Anblick mit dem Wissen, dass hier das Geld immer knapp ist.
Die FundacionYepez ist ein Familienunternehmen und besteht aus Ricardo, seiner finnischen Ehefrau Pepi, seinem Neffen Lucio und der Dirrectora Doña Librada. Ricardos Vater, MarcelionYepez, hatte vor 45 Jahren zusammen mit seiner Frau, Doña Librada, angefangen die Schildkröten an der mexikanischen Golfküste zu schützen. Seit Marcelinos Tod führen sein Sohn und seine Ehefrau das Projekt weiter. Was mit einer Strohhütte am Strand angefangen hatte, ist heute ein richtiges Zentrum mit Konferenz- und Arbeitsräumen, zwei Becken für verletzte Schildkröten, Zimmer zum Wohnen und zwei Küchen. Die Familie Yepez kümmert sich um einen rund 20 km langen Strandabschnitt, ein Schutzreservat, was bis heute rigorose Strandüberbauungen verhindern konnte.



Steffi und mein Zimmer, etwas rustikal aber dafür mit fantastischer Sicht.

Kaffee trinken mit Blick aufs Meer;-)

jueves, 30 de agosto de 2012

Valladolid – Auf geht die Reise


Wir hatten  zwei Wochen bei Rahel in Playa del Carmen verbracht und nun war es für Steffi und mich an der Zeit aufzubrechen. Rahel und Salvador mussten wieder arbeiten und wir hatten Lust auf einen Szenenwechsel.
Als erstes Ziel setzten wir uns Valladolid, ca. zwei Stunden weg von Playa, im Landesinneren. Ich kannte das Städtchen schon von letztem Jahr und fand dies sei ein guter erster Stopp, zwar nicht mehr am Strand, aber dafür viel ruhiger als Playa und auch um einiges authentischer. Wir quartierten uns im Hostel los Frailes ein, geführt von einem netten Mexikanischen Eherpaar.
Valladolid ist auch bekannt für die Nähe zweier berühmter Mayaruinen, ChichenItza und EkBalam. Eigentlich wollten wir uns ChichenItza anschauen, doch dann entschieden wir uns für EkBalam, etwas kleiner , weniger touristisch und im Gegensatz zu ChichenItza können in EkBalam die Ruinen noch bestiegen werden, für mich immer ein Höhepunkt solcher Besichtigungen.
Mit einem Taxicollectivo fuhren wir ca. eine Stunde aus der Stadt raus bis wir die Ruinenstätte erreichten. Am Ticketschalter mussten wir einmal tief Luftholen, der Eintritt kostete 90 Pesos. Der eigentliche Preis wäre nur 35 Pesos gewesen aber dazu kamen noch 55 Peso Taxen, weiss der Teufel für was!
Es hat sich aber dann doch gelohnt, für Steffi war es schliesslich die erste Mayaruine die sie sah und ich hatte zwar schon einige gesehen aber EkBalam war auch für mich spannend. Als wir die höchste Pyramide erklommen hatten, bot sich uns ein wunderbares Panorama über die restlichen Bauten und den Yukatanischen Dschungel soweit das Auge reichte zu allen Seiten.
Schwitzend hatten wir nach ca. einer Stunde den Rundgang beendet, die Hitze ist hier mindestens so stark wie in Playa del Carmen nur das hier der Wind fehlt, was das Ganze noch unerträglicher macht. So haben wir uns für eine Abkühlung entschieden und die 2 km entfernte Cenote besucht, weitere 30 Pesos Eintritt, aber das erfrischende Wasser war es alle Male wert. Cenoten sind ganz bekannt für die Yukatanhalbinsel. Einfach ausgedrückt sind das Wasserlöcher oder mit Süsswasser gefüllte Höhlen, die über die ganze Halbinsel verteilt und durch unterirdische Tunnels miteinander verbunden sind. Manche sehen aus wie Pools, die zum Schwimmen verwendet werden, andere sind eher Höhlen und können durch Tauchen entdeckt werden. Über die Entstehung der Cenoten weiss man grundsätzlich wenig. Klar ist allerdings, dass die Mayas sie zur Wasserversorgung ihrer Stätten benutzt hatten.
Nachdem wir den mittäglichen Hunger mit Quesadillas (mit Käse gefüllte Tortillas) gestillt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Unterwegs zurück zumTaxi überraschte uns der Nachmittagsregen. Ein Wolkenguss erbrach sich über uns nur, damit eine halbe Stunde später die Sonne wieder mit voller Kraft scheinen konnte. Als wir auf ein Taxi warteten, ergab sich wieder ein Gespräch, wie so oft, wenn man sich zu anderen Wartenden hinsetzt. Von wo wir sind wollen die meisten als erstes wissen und dann oft auch die Frage, ob man denn mit dem Bus in die Schweiz fahren könne. Für Steffi eine gute Gelegenheit ihr Spanisch zu praktizieren und für die Anderen amüsant mitzuerleben. Viele können nicht ganz verstehen, wie es so schwierig sein kann Spanisch zu sprechen aber sie geben sich Mühe und freuen sich, dass man es versucht.
Am nächsten Tag haben wir uns das Valladolid angeschaut, sind über den Markt geschlendert und am Abend wurden wir vom Hostelbesitzer zu einer Kulturvorführung eingeladen. In einem nahe gelegenen Dorf wurde von den Bewohnern eine Mischung aus Mayaritual und traditionellen Mexikanischen Tänzen vorgeführt. Der erste Teil bestand in einem Dankensritual für die Götter, wo Gaben, wie Früchte, Mais und ein Schwein, dargeboten wurden um für eine gute Ernte zu bitten. Im zweiten Teil kamen Tanzpaare auf die Bühne mit traditionellen Kleidern aus verschiedenen Staaten Mexikos. Zur jeweils typischen Musik wurden dann paarweise die passenden Tanzschritte aufgeführt. Ein bunter Abend und eine gute Gelegenheit etwas Kultur mitzunehmen. Nachdem Spektakel zeigte uns der Hotelbesitzer noch eine Mayakirche, wo heute noch vermischt mit dem Katholizismus, der Mayaglaube praktiziert wird.











jueves, 23 de agosto de 2012

back in Playa

Nach dem ich am 1. März 2011 das erste Mal in Cancun geladet bin, war es am 9. August 2012 wieder soweit. Dazwischen lagen 1 Jahr, 5 Monate und 9 Tage Abenteuer, unterwegs sein, Erfahrungen sammeln, Menschen treffen, LEBEN.
Mit meinen Erlebnissen im Hinterkopf war nun meine 2. Landung in Cancun ganz schön aufregend. Wie wird es wohl diesmal sein? Habe ich mich wirklich verändert in der ganzen Zeit? Haben sich die anderen verändert? Abgesehne vom Zurückkehren nach Mexiko und im Speziellen nach Playa del Carmen war es auch ein Wiedersehen mit Rahel und Steffi die ich über 1 respektiv 2 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Doch auch wenn sich vieles geändert hat in der Zeit zwischen Mexiko 1 und 2, war einiges doch immer noch beim alten. Die drückig, feuchte Luft schlug mir auch diesmal direkt entgegen, sobald ich das Flughafengebäude verlassen hatte. Die Kollectivo-Frahrer versuchen immernoch einen abzufangen und der ADO Bus fährt immer noch vom selben  Parkplatz weg. Ohhh mi Mexico, te amo. Das dachte ich schon beim Landeanflug, und auch wenn es lange her ist, irgendwie fühlte ich mich sofort wieder wie zu Hause. Den Kopf voller Gedanken und berieselt vom, im den Bussen üblichen Fernsehrer, verstrich die stündige Fahrt bis Playa del Carmen im Nu.
Wiedersehen bei Rahel zu Hause. Und das Gute an besten Freunden ist nun einmal, dass obwohl die ersten Momente etwas komisch sind, und man es kaum glauben kann, dass man sich nun wirklich wieder in den Armen liegt, dass es sich nach kürzester Zeit wieder anfühlt wie immer, und wie wenn man nie getrennt gewesen wäre. Zwei Tage später kam Steffi an und das Selbe hat sich nochmals abgespielt. Nun wohnen wir seit einer Woche zusammen und nur wenn ich richtig darüber nachdenke, merke ich, wie aussergewöhnlich das eigentlich ist! Ein weiterer Beweis dafür, dass wahre Freundschaft auch über lange Distanz bestehen bleiben kann. Und obwohl wir uns alle verändert haben, entdeckt man nach kürzester Zeit jedem seine Eigenarten wieder. Steffi lässt immer noch gerne Licht im Bad brennen oder findet ihre Brille nicht (zum Glück hat sie noch keinen Schlüssel) und Rahel kauft immer noch zu kleine Schuhe.

Rahel und Salvadors Hochzeit war natürlich dann der Höhepunkt und schlussendlich auch Auslöser unseres Wiedersehens. Und es war unglaublich schön miterleben zu dürfen, wie eine weitere Freundin den Bund fürs Leben schliesst.

Steffi, wie immer bei wichtigen Anlässen, eine Rede am halten. Ich übersetze auf Spanisch.

jueves, 9 de agosto de 2012

Bogota zum Zweiten

Wie immer fällte der Abschied schwer aber dieses Mal war es besonders hart. In der Comuna de Rhiannon habe ich nicht nur einen paradisischen Ort gefunden, sondern auch eine zweite Familie, und so fällt aufwiedersehen sagen natürlich nicht leicht. Aber eins steht fest: I'll be back, ich komme wieder!
Mit einem Zwischenstopp in Quito und Popayan bin ich dann zum zweiten Mal in Bogota gelandet. Zum Glück empfieng mich Karla wieder mit offenen Armen und so bedeutete der Abschied von Ecuador auch ein Wiedersehen mit einer Freundin.
Ein bisschen Kulturgeschockt war ich ja schon, nach 2 Monaten ländlichem Ecuador wird man von der 8 Millionen-Stadt Bogota ziemlich überwältigt. Der Verkehr, die Abgase, die Menschenmenge und das Elend, das überall auf der Strasse sichtbar ist. Und Kolumbien ist halt trotz allen guten Seiten, die das Land mittlerweilen hat, nicht die Schweiz und es passieren Sachen die wir uns nicht im Traum vorstellen. Karlas Bruder, 22jährig sass gerade über einen Monat unschuldig im Gefängnis. Er wurde angeklagt einen Mann erschossen zu haben und die Gegenseite hatte sogar einen Falschzeugen organisiert, der aussagte dass er ihn bei der Tat gesehen hatte, alles erstunken und erlogen! Schlussendlich fand man durch eine DNA Probe heraus, dass das alles so gar nicht stimmen kann. Karlas Familie hatte also nochmal Glück gehabt aber ein wieterer Beweis dafür, dass in einem so korrupten Land, jeder der genug Geld hat, machen kann was er will.  Bitterer Nachgeschmack der ganzen Geschichte, Karlas Bruder wurde zwar freigesprochen, kann nun aber das Haus nicht verlassen weil er sonst Gefahr läuft umgebracht zu werden. Der Fall war in Kolumbien so gross in der Presse vertreten, dass ihn nun jeder auf der Strasse erkennt.
Auf dem Nachhauseweg vom Abendessen im Zentrum dann das nächste Ereignis. Wir halten an einer roten Ampel, da sehen wir eine Gestalt ums Auto schleichen, hören ein komisches Schleifgeräusch und zuhause stellen wir fest, dass an Karlas Auto eine Gummiabdeckung vom Dach fehlt. Deshalb halten viele Menschen nicht an roten Ampeln, weil man dann nie weiss, was danach am Auto fehlt! Ok, es ist natürlich nicht in der ganzen Stadt so, aber die calle 19 (eine der Hauptverkehrsachsen im Zentrum), erklärt Karla, sei berüchtigt dafür.
Am nächsten Tag ist Stadtfeiertag in Bogota und so beschliessen wir raus zu fahren, zu einem Picknick. Wir sind natürlich nicht die einzigen, denn wie in vielen Ländern ziehts die Menschen an Feiertagen ins Grüne. Die Überlandstrasse ist dicht befahren, und so schlängeln wir in einer Kolonne durch die grünen Hügel. Eine Stunde verstreicht und die Häuser werden endlich weniger. Irgendwo halten wir an und breiten uns auf einer Wise aus, die zwar eingezäunt ist, aber hier nimmt mans nicht so genau. Während wir unsere Brote streichen, fängts dann plötzlich zu tröpfeln an, schlechtes Timing! Aber ein bisschen aushalten, ein bisschen so tun wie nichts wäre und schon bald drückte die Sonne durch die Wolken und ein strahlender Nachmittag stand uns bevor.
Später gesellt sich noch eine Kolumbianische zu uns auf die Wiese mit und Hund Kegel. Die Kinder lassen Drachen steigen, eine beliebte Beschäftigung hier. So liegen wir im Gras, schauen den tanzenden Drachen zu, und versuchen Dinge in den vorbeiziehenden Wolken zu entdecken. Herrlich, die Vögel zwitschern und die Luft ist erfrischend sauber hier draussen.


Fotos: Daniel Dobleu
Als wir zurückfahren wollen, die nächste Überraschung: Die Autobatterie hat sich entladen, wir haben vergessen das Licht auszuschalten. Ein Hin und Her, ein bisschen schieben und versuchen durch rollen den Motor einzuschalten. Bringt nichts. Wir halten ein vorbeifahrenden Polizisten an und bitten ihn um Hilfe, ein Hin und Her, der Polizist hält ein Auto an, wir überbrücken. Bringt nichts. Der Polizist fährt weiter und rät uns ledeglich den servicio anzurufen, na Danke schön! Wieder ein bisschen schieben und nochmal probieren, bringt immer noch nichts. Wir versuchen ein weiteres Auto anzuhalten und fuchteln mit den Kabel am Strassenrand herum. Entgegen der üblichen Kolumbianischen Hilfsbereitschaft hält keiner, und an einem Feiertag auf einer Landstrasse fahren nicht gerade wenige Autos vorbei. Doch die Leute lächeln bloss oder winken uns zu. Dann doch, endlich, jemand hat Erbarmen, vier Frauem mit lustigen Hüten und einem Hund halten an. Die Kabel werden verbunden, es wird aufs Gas gedrückt und siehe da, juheee, unser Motor schnurrt wie ein Kätzchen. Unter erleichtertem Gelache machen wir uns auf den Rückweg, den Berg wieder hinunter, an den grünen Hügeln vorbei, zurück in die Stadt, zu den Betonblöcken und Abgaswolken.

Bogota war wieder, wie schon letztes Mal, schön, spannend und hässlich zugleich. Alles auf einmal und alles irgendwie extrem. Und wieder bin ich dankbar, dafür zum Beispiel, dass man bei uns ohne Sorge an roten Ampeln halten kann und in der Regel keine unschuldigen 22 Jährigen als Mörder angeklagt werden.


miércoles, 1 de agosto de 2012

otro mundo es possible - es geht auch anders!

Durch Zufall  oder wie man das auch immer nennen will, bin ich in der "Comuna de Rhiannon" in Malchingui, Ecuador gelandet und habe dort zwei unglaubliche und unvergessliche Monate verbracht. Eine Lebensweise die bestimmt nicht jedem Zusagt, sich für mich aber wie die Ankunft in ein lange gesuchtes Paradis anfühlte.